Ein Redaktionssystem, das man nicht erklären muss
Für eine kleine Praxis war WordPress zu viel Werkzeug. Warum ich stattdessen einen Editor gebaut habe, der direkt auf der Seite arbeitet.
Die Inhaberin einer Praxis für Bewegungspädagogik gibt Kurse und Workshops. Auf ihrer Seite ändern sich vor allem drei Dinge: Workshops mit Terminen, Texte über ihre Arbeit — beides in zwei Sprachen — und ab und zu ein Bild.
Ein klassisches Redaktionssystem hätte das gekonnt. Aber jede Änderung wäre ein Umweg gewesen: anmelden, Seite in einer Liste suchen, Eingabemaske öffnen, Vorschau prüfen, veröffentlichen. Dazu Plugin-Updates, die irgendjemand einspielen muss. Für eine Praxis mit einer Handvoll Seiten ist das zu viel Werkzeug.
Die Idee: bearbeiten, wo man liest
Nach der Anmeldung sieht die Inhaberin ihre eigene Seite — mit einem Unterschied. Jeder Text, den sie ändern darf, ist gestrichelt umrandet, ein kleines Kürzel zeigt die Sprache. Sie klickt hinein, tippt, verlässt das Feld. Gespeichert.
Es gibt keine zweite Oberfläche, die sie lernen muss, und keine Vorschau, die anders aussieht als das Ergebnis. Was sie sieht, ist das, was ihre Besucher sehen.
Was der Editor kann
- Texte formatieren über eine schwebende Leiste am markierten Text: fett, kursiv, Listen, Zitat, Link, Bild — und ein Knopf, der alles wieder entfernt
- Zwei Sprachen je Feld, umschaltbar in der Werkzeugleiste
- Bilder per Ziehen einfügen, mit Größe, Ausrichtung und Alternativtext
- Listen pflegen: Einträge hinzufügen, ausblenden, entfernen
- Workshops verwalten: anlegen, datieren, veröffentlichen oder als Entwurf zurückziehen
- Verlauf: frühere Stände ansehen und wiederherstellen
Was er bewusst nicht kann
Der Editor ist kein Seitenbaukasten. Layouts verschieben, neue Seitentypen anlegen, Farben ändern — das geht nicht, und das ist Absicht. Das Design bleibt stabil, egal wie viel sich am Inhalt ändert. Auch das große Titelbild einer Workshop-Seite tausche ich bisher selbst aus.
Diese Grenze ist der Grund, warum der Editor ohne Erklärung auskommt: Er kann genau das, was sich regelmäßig ändert, und sonst nichts.
Technik in vier Sätzen
Die Seite läuft mit PHP und speichert Inhalte in JSON-Dateien — keine Datenbank, läuft auf jedem gewöhnlichen Hosting. Der Editor wird nur für Angemeldete geladen; Besucher bekommen die schlanke Seite ohne Editor-Code. Die Anmeldung verlangt ein Passwort und einen Einmalcode per E-Mail, nach fünf Fehlversuchen ist 15 Minuten Pause. Hinter der Oberfläche stehen 14 kleine Schnittstellen, die jeweils genau eine Sache tun: Text speichern, Bild hochladen, Workshop datieren.
Für wen das passt
Für Seiten mit festem Design und regelmäßig wechselnden Inhalten: Kurse und Termine, Angebote, Teamseiten, Speisekarten, Ausstellungen. Nicht für Seiten, die ständig neue Seitentypen brauchen — dafür ist ein ausgewachsenes System besser.